Hintergrund
Auf Kontrastseite umschalten Schrift vergrößern Schrift verkleinern
Meisterbrief


Europaabgeordneter Thomas Mann (CDU): „Noch keine Entwarnung aus Brüssel – Deutscher Meisterbrief muss erhalten bleiben!“


„Wenn der Meisterbrief fällt, dann sind auch weitere Berufe betroffen“, erklärte Thomas Mann zu Beginn der Diskussion. Gemeint sind hierbei neben den Handwerksmeistern auch freie Berufe wie beispielsweise Apotheker, Steuerberater, Rechtsanwälte oder Architekten. „Die EU-Kommission versucht zwar im Moment zu beschwichtigen, Fakt ist aber, dass der Evaluierungsprozess läuft und spätestens 2017 steht der Meisterbrief erneut auf dem Prüfstand“, erklärte der Europaabgeordnete weiter.

„Meine Kritik am Verfahren der Kommission kann die Ankündigung nicht lindern. Die gegenseitige Evaluierung von Zugangsbeschränkungen durch die Mitgliedstaaten bringt nichts und gehört eingestellt. Wenn die Mitgliedstaaten sie weiterhin vornehmen müssen, liegt die Strategie auf der Hand: Man will Deutschland durch andere Mitgliedstaaten wegen des Meisterbriefs und Zugangsbeschränkungen bei den Freien Berufen an den Pranger stellen lassen!“, erklärte der Europaabgeordnete Thomas Mann bei einer Diskussionsrunde der Kreishandwerkerschaft und der MIT-Hersfeld-Rotenburg.

Diskutanten waren neben Thomas Mann auch Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker, Hauptgeschäftsführer Dirk Bohn und MIT-Kreisvorsitzender Andreas Rey. Im Publikum waren unter anderem viele Meister des Handwerks von unterschiedlichen Gewerken vertreten.

„Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker erläuterte am Beispiel des Fliesenlegerhandwerks, dass die Lehrlingsausbildung sich nach der Aufhebung der Meisterpflicht innerhalb von 10 Jahren nahezu halbiert hat. Zudem habe sich in dieser Zeit bundesweit die Zahl der Fliesenlegerbetriebe von rund 12.000 auf rund 68.000 erhöht. Dies seien meist ein-Mann Betriebe, die nicht ausbilden. „Das Ergebnis sind Dumpingpreise und Pfusch, da keinerlei Qualifikationen mehr gefordert sind“, sagte Klaus Stöcker.

MIT-Kreisvorsitzender Andreas Rey betonte, dass Deutschland aus der Wirtschaftskrise gerade aufgrund der hohen Qualitätsstandards gestärkt hinausgegangen sei. Qualität „Made in Germany“ sei weltweit ein Markenzeichen, welches nicht zuletzt auf die hervorragenden Ausbildungsbedingungen im deutschen Handwerk zurückzuführen sei. Diese sollten eine Vorreiterrolle innerhalb der EU übernehmen. In Spanien und den Beneluxstaaten gäbe es bereits Pläne, das Modell der dualen Ausbildung zu übernehmen, so Rey abschließend.